Blaß sieht ganz und gar nicht blass aus
27.06.2011 21:00:00 von Peeß Ralph
Die Saarländer dominierten den siebten OIE-Triathlon am Sonntag in Baumholder. Sowohl in der A- als auch in der B-Einzel-Wertung belegten sie die jeweils beiden ersten Plätze.
Als Dritter stieg Hanno Blaß aus Wemmetsweiler aus dem Badesee. 16 Minuten und 15 Sekunden benötigte der 28-Jährige, der für die LTF Marpingen startet, für die 1,2 Kilometer lange Strecke. Als er aufs Rad stieg, war er dann schon der Erste, der die Wechselzone verließ. Diesen Platz gab er nicht mehr her, bis er nach zwei Stunden, elf Minuten und 19 Sekunden als Erster der A-Distanz (zum Schwimmen kommen noch 41 Kilometer Rad fahren, zehn Kilometer laufen) die Ziellinie überquerte. „Das gibt ein enormes Selbstbewusstsein für den Ironman in 14 Tagen“, sagte er. Dafür trainiert er derzeit jeden Tag. Und die Veranstaltung in Baumholder sei quasi der „Abschluss des letzten Trainingsblocks“ gewesen, wie er sagt. Mit seiner Leistung sei er rundum zufrieden: „Vor allem auf dem Rad läuft es derzeit richtig gut.“
Ganz und gar nicht zufrieden war hingegen Marco Forster aus Freisen. Und das, obwohl er in der gleichen Kategorie mit einer Zeit von 2:15:09 Platz zwei belegte. „Normalerweise schlage ich Hanno auf dem Rad, und ausgerechnet hier auf meiner Heimstrecke ist mir das nicht gelungen.“ Vielleicht, so vermutete er, habe er in letzter Zeit zu hart trainiert. Allein in der Woche vor dem Wettkampf sei er 90 Kilometer gelaufen. Für Forster gibt es in Baumholder fast schon einen Vize-Fluch: Fünf Mal sei er dort bereits Zweiter gewesen. „Nächstes Jahr komme ich wieder, und dann muss es doch mal klappen mit dem ersten Platz.“
Auf dem dritten Platz in der Kategorie A landete Wolfgang Becker von Dauerpower EMS. Seine Zeit: 2:15:23. 2:42:44 Stunden benötigte Kathrin Stausberg aus Bad Sobernheim, die als beste Frau abschloss. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Natascha Hartl vom 1. FC Kaiserslautern und Lokalmatadorin Christine Westerhorstmann aus Baumholder vom Team The B-Site.
Auch in der B-Distanz (600 Meter schwimmen, 32 Kilometer Rad fahren, acht Kilometer laufen), standen Saarländer auf dem Siegerpodest. Leibrock Bengt von Grojos Elversberg siegte in einer Stunde, 38 Minuten und neun Sekunden vor Ives Becker von DJK SG St. Ingbert (1:45:33). Dritter wurde Volker Kunz aus Rimsberg von der LG Falkenberg (1:48:02).
Beste Frau war Julia Wydra aus Bubach, die fürs Tritronic-Team St. Wendel startet (1:48:57). Sie zeigte sich rundum zufrieden mit ihrer, wie sie sagte, „ausgeglichenen Leistung“. Diese zeige ihr, dass sie gut vorbereitet zum Ironman in der nächsten Woche nach Klagenfurt fahren könne. Der Wettkampf habe ihr jede Menge Spaß gemacht. Dabei zollte die 26-Jährige den Organisatoren von VfR, DLRG und Bürgerverein großen Respekt: „Es war top hier, vor allem, wenn man bedenkt, was für eine kleine Stadt Baumholder ist.“
In der Team-B-Wertung siegten Olvier Habe, Frank Heinemann und Ramon Bernardon vom Team The B-Site Baumholder. Ihre Zeit für 600 Meter schwimmen, 32 Kilometer Rad fahren und acht Kilometer laufen: 1:31:58 Stunden. Auf dem zweiten Platz landeten Jan Bender, Andreas Schmitz und Andrey Wenzel als „The Golden 80s“. Frank Krone, Michael Rampetsreiter und Phillip Diebold erreichten als „Fanta 3“ den drittenPlatz.
Bei den Hobby-Teams (600 Meter/28 Kilometer/6 Kilometer) hatten in der Altersklasse 135 bis 225 Gesamtjahre die „Spätzünder“ die Nase vorn. Ute Röhrig, Claus Wilde und Jörg Knieling schafften die Strecke in einer Stunde, 40 Minuten und 28 Sekunden. Auf Platz zwei folgte „MTR – Das Team“. Das sind Michael Köbrich, Thomas Braun und Rainer Hagner. The Lehman Family – Andrea und Alex Lehmann sowie Timo Brill – sicherten sich den Bronze-Rang.
In der Altersklasse 51 bis 134 Gesamtjahre waren Nicole Weber, Nico Mulling und Christian Bales die Schnellsten. Ihre Zeit: 1:25:36. Es folgten Thorsten Schwarz, Thomas Herrmann und Holger Maurer sowie auf Platz drei Lena Reinhard, Nadine Weyrauch und Michelle Pfeifer.
Insgesamt gingen am Sonntag 116 Einzelathleten, darunter ein Großteil aus dem Saarland, sowie 29 Teams an den Start. Das war etwas weniger als im Jahr zuvor, trotzdem zeigte sich Organisator Günter Heinz zufrieden: „Wenn man bedenkt, dass wir dieses Mal mit Saarlouis eine starke Konkurrenzveranstaltung hatten, ist das ein gutes Ergebnis.“
Ausgezahlt habe sich, das stehe schon jetzt fest, die veränderte Laufstecke. Diese führte nicht mehr durch die Stadt, sondern durch die gesperrte Brühlstraße. Die Läufer begegneten sich im Gegenverkehr. „Das kam gut an“, sagt Heinz. Und auch, dass die BKG-Garde und die Turner-Mädels des VfR für Stimmung sorgten. Wegen der hohen Temperaturen von um die 30 Grad hatte auch Volker Toth, der für die Laufstrecke verantwortlich war, eine gute Idee: Er nahm den Gartenschlauch und sorgte so bei jedem Läufer, der das wollte, für eine willkommene Abkühlung. Neben Abkühlung gab es auch Entspannung: Nach dem Wettkampf konnten sich die Teilnehmer von Oliver Ruth und seinem Massage-Team verwöhnen lassen, ein Stück Melone, Nudeln oder ein Stück der 30 Kuchen essen, die allesamt verkauft wurden. Denn auch viele Gäste, die nichts mit Triathlon zu tun haben, fanden den Weg an den Badesee. Dort war auch Gerhard Cullmann vom Hauptsponsor OIE, der im Triathlon Baumholder „eine einmalige Veranstaltung in der Region“ sieht. Und als Energieversorger sei die OIE genau der richtige Sponsor für ein solches Event, meint er: „Denn es ist Wahnsinn, welche Energie die Sportler bei diesem Wettkampf aufbringen.“